Die maximal zulässige Belastung eines Fahrzeugs oder der lastaufnehmenden Elemente (z. B. Bereifung oder Gabel) wird als Tragkraft bezeichnet.

Wenn es hingegen um die maximal zulässige Belastung eines Staplers oder dergleichen bzw. die Lastaufnahme der Elemente geht, spricht man von der Tragfähigkeit.

Über die Tragkraft

Die Belastungshöchstgrenze, die vom Hersteller eines Flurförderzeugs bzw. der lastaufnehmenden Fahrzeugelemente vorgeschrieben wird, wird an der Kennzahl „Tragkraft“ erkennbar. Dynamische Kräfte werden dabei nicht beachtet.

Die Tragkraft wird dabei üblicherweise in Kilogramm angegeben. Das erlaubt Ihnen eine Einschätzung, welches Gerät Ihre Bedürfnisse in bester Weise befriedigt.

Über die Tragfähigkeit

 Ein entscheidendes Leistungsmerkmal für Stapler ist die Tragfähigkeit, mit der die Belastungshöchstgrenze eines Hebezeuges oder die Lastaufnahme der Elemente angegeben wird. Auch werden dynamische Kräfte nicht berücksichtigt). Jede Tragfähigkeitsangabe hat nur für einen genau bestimmten Lastschwerpunktabstand (c) Gültigkeit. Warum das so ist, sehen wir gleich.

 

Der Lastschwerpunkt

Beträgt bei freitragenden Gabelstaplern der Lastschwerpunktabstand üblicherweise 500 mm (bis < 5000 kg), so liegt sie bei radunterstützten Staplern und Schubmaststaplern bei 600 mm. Die Nenntragfähigkeit gilt dabei nur bis zu einer bestimmten Hubhöhe. Darüber hinaus wird die Tragfähigkeit eingeschränkt und als Resttragfähigkeit bezeichnet.

 

Der Schwerpunkt einer Last ist bei würfel-, quader- oder zylinderförmigen Lasten einfach zu bestimmen, da sich deren Gewicht annähernd gleichmäßig verteilt, wobei sich die Abhängigkeit der Tragfähigkeit vom Lastschwerpunkt sich seinerseits aus dem Hebelgesetz erklärt:

Last x Lastarm (Lastmoment) = Kraft x Kraftarm (Kontermoment)

 

Die aufgenommene Last will den Stapler nach dem Prinzip der Wippe um den Drehpunkt seiner Lastachse kippen. Dem entgegen wirkt das größere Eigengewicht des Gabelstaplers auf der anderen Seite des Drehpunktes. Die Tragfähigkeit eines Staplers richtet sich dabei hauptsächlich nach dem Radstand und natürlich nach seinem Eigengewicht.

Das sogenannte Kontermoment wird aus Kraft (kg) x Kraftarm (mm) bestimmt. Folglich ergibt sich das Lastmoment aus der Last (kg) x dem Lastschwerpunktabstand (c) und dem konstruktiv vorgegebenen Maß (x), das eine Gerätekonstante (gemessen von der Mitte der Lastachse bis zur Vorderkante des Gabelrücken) darstellt.

 

Last (Q) x Lastarm (c + x) = Lastmoment

 

Vergrößert sich also der Abstand des Lastschwerpunktes (durch einen langen Lastarm), verringert das die Tragfähigkeit (Resttragfähigkeit). Die gleiche Last, die in senkrechter Lage von einem Elektro-Stapler problemlos transportiert wird, bringt, flach liegend, den Stapler möglicherweise zum Kippen.

 

Sind die Lasten ungleich verteilt, so werden sie aus Sicherheitserwägungen heraus mit der schweren Seite zum Gabelrücken hin aufgenommen. Damit wird der Lastschwerpunktabstand nicht vergrößert. Dies ist auch der Grund, warum stets darauf geachtet werden sollte, dass die Last am Gabelrücken anliegt.

Die Hubhöhe und ihr Einfluss auf die Tragfähigkeit

 

Einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Tragfähigkeit von Gabelstaplern hat die Hubhöhe. Die Norm-Hubhöhen sind in der EG-Richtlinien 86/663 EWG wie folgt festgelegt: Die Normhubhöhe für Hochhubwagen mit max. 690 mm Breite über Gabelzinken oder Plattform beträgt 2500 mm, für alle anderen Stapler 3300 mm.

Der Gabelstapler muss die Nennlast bis zu diesen Hubhöhen heben. Erst darüber hinaus darf die Tragfähigkeit reduziert werden.

Tragfähigkeit und Anbaugeräte

Werden Anbaugeräte verwendet, so reduziert dies die Nenntragfähigkeit einerseits durch das Eigengewicht des Anbaugerätes und andererseits durch den veränderten Lastschwerpunktabstand.

 

Achtung: Grundsätzlich darf das Gewicht von Last und Anbaugerät die Nenntragfähigkeit des Staplers nie überschreiten!